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Das Kunstforum Ostdeutsche Galerie (KOG) - ehemals Museum Ostdeutsche Galerie - konnte bei seiner Gründung auf keine historisch gewachsene Sammlung zurückgreifen. Grundstock der Sammlung waren zunächst die Bestände des Adalbert Stifter Vereins München und der Künstlergilde Esslingen. Über  private Stiftungen, Ankäufe der Bundesrepublik Deutschland, Leihgaben der Bundesländer und auswärtiger Museen wuchs mittlerweile der Sammlungsbestand auf eine beachtliche Zahl von ca. 2000 Gemälden, 500 Plastiken, Skulpturen, Objekten und Installationen in der Schausammlung sowie auf ca. 40.000 Blätter in der Graphiksammlung an.

Schausammlung (Gemälde/Skulptur)

Die gegenwärtige Konzeption der Schausammlung, die sich im Erd- und Obergeschoß des Kunstforums über 22 Räume erstreckt, verfolgt mit einer repräsentativen Auswahl von über 200 Gemälden, Skulpturen und Objekten einen Gang durch die Kunstgeschichte zwischen Spätklassizismus und Moderne. Dem Besucher werden in historischer Abfolge herausragende Kunstwerke aus allen Stilepochen dieser Zeitspanne geboten. In Zukunft soll verstärkt der Beitrag der mittelosteuropäischen Künstler zur aktuellen Kunst Berücksichtigung finden. Im Außenbereich des Kunstforums und im angrenzenden Stadtpark setzen verschiedene Skulpturen Akzente zur modernen Bildhauerei. Neben den Informationsblättern über Daten und Fakten einzelner Kunstwerke sind zur Sammlung zahlreiche Kataloge erschienen.  

Graphik-Sammlung

Die Bestände der Sammlung sind - bei gleichem Ursprung und Auftrag - unvergleichlich umfangreicher als die der
Malerei/Skulptur. Die Sammlung wurde zunächst auf Dokumentation beziehungsweise auf Breite angelegt, in den
achtziger Jahren jedoch schwerpunktmäßig erweitert.
Für das 18. und 19. Jahrhundert sind Daniel Chodowiecki und Adolph von Menzel zu nennen, für das 20. Jahrhundert Lovis Corinth, Wenzel Hablik, Josef Hegenbarth, Adolf Hölzel, Willy Jaeckel, Käthe Kollwitz, Alfred Kubin, Ludwig Meidner, Emil Orlik, für die Gegenwart Markus Lüpertz.
Vollständig oder in wesentlichen Teilen werden die graphischen Oeuvres von August Brömse, Johann Vincenz Cissarz, Richard Fleissner, Willy Jaeckel, Rudolf Jakubek, Emil Orlik, Max Radler, Ferdinand Staeger, Gory von Stryk, Hugo Steiner-Prag und Carl Thiemann bewahrt. Stellvertretend für Künstler, die von jeweiligen Landschaften inspiriert wurden, sei Lyonel Feininger mit Aquarellen und Zeichnungen, die an der Ostsee entstanden, genannt. Die Architekten Friedrich Ohmann und Hans Poelzig sind mit Entwürfen bzw. Skizzenbüchern in der Sammlung vertreten. Der Umfang der Sammlung umfaßt ca. 40.000 Blätter, woraus jährlich Kabinett- und Sonderausstellungen  präsentiert werden.

Geglückter Neuerwerb für die Grafische Sammlung

Seit dem 30. Januar 2008 ist das Kunstforum im Besitz von mehr als 2.500 Grafiken und 14 Originalzeichnungen Daniel Chodowieckis sowie eine Handbibliothek zum Künstler. Durch den historischen Ankauf ist das Museum zu einer der wichtigsten Grafischen Sammlungen Chodowieckis und zugleich zu einer Anlaufstelle für die Chodowiecki-Forschung geworden.


Bedeutung des Ankaufs

Mit der Erwerbung der kompletten Chodowiecki-Sammlung und ihrer Sicherung für künftige Generationen wurde in absolut maßgeblicher Beitrag zur Bewahrung und Erforschung ostdeutscher Geisteskultur geleistet. Dem Regensburger Museum wird ein Fundament von großer sinnlicher Anschaulichkeit gesichert und darüber hinaus mit einem Schlag eine markante Erweiterung seiner bedeutenden Sammlungsbestände wie auch der Einzug in den Kreis großer grafischer Sammlungen in Europa ermöglicht“, so Dr. Ulrike Lorenz, Direktorin des Kunstforums.

Das Werk Chodowieckis

Chodowiecki ist der populärste Grafiker und Sittenschilderer der Epoche der Aufklärung. Er ist in jeder Hinsicht ein Grenzgänger. Zum einen weil er in biografischer und bildnerischer Hinsicht die unterschiedliche Welten Deutschlands und Frankreichs miteinander verbindet. Vieler seiner Grafiken sind mit deutschen und französischen Sentenzen versehen und richten sich so an alle „Bürger“ Europas. Zum anderen ist der Künstler auch einer der frühesten Grenzgänger zwischen zwei Epochen: In seinem vielschichtigen Werk wird das absolutistische Rokoko durch das an die Vernunft des Menschen appellierende Gedankengut der Aufklärung bildnerisch radikal, aber humorvoll abgelöst. Darüber hinaus kündigt es bereits die selbstzufriedene Bürgerlichkeit des Biedermeier an. Somit weist das druckgrafische Werk Chodowieckis bereits weit in die Mitte des 19. Jahrhunderts voraus.

Die Sammlung

Die besondere Bedeutung der erworbenen Sammlung des Galeristen und Grafikforschers Jens-Heiner Bauer in Hannover besteht in ihrer annähernden Vollständigkeit und der hohen Qualität der  Radierungen. Ebenso hervorzuheben ist die Vielzahl an originären Zustands- und Farbdrucken sowie eine Vielzahl singulärer „Randeinfälle“ – spielerische Bildideen, die der Künstler an den Rändern der Druckgrafiken mitradierte. Der Erwerb der Sammlung wurde durch die Auflösung der 1972 in Hannover gegründeten Galerie des namhaften Chodowiecki-Experten ermöglicht, der im Juni 2007 überraschend verstarb.
Der größte Teil der Grafiken wurde bereits zu Lebzeiten des Künstlers zusammengetragen und gehörte Dohna-Schlobitten (1773-1845). Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Sammlung eine Zeitlang im Berliner Schloß Charlottenburg aufbewahrt, bis sie 1981 von der Galerie Bauer erworben wurde. ehemals zum Besitz des im Preußisch Holland beheimateten Burggrafen Willhelm zu. 

(Text zum Neuerwerb der Chodowiecki-Sammlung Kunstforum Ostdeutsche Galerie)