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Schlesisches Museum
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Das Museum ist geöffnet, herzlich willkommen!
 

SONDERAUSSTELLUNG

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NICHT NUR ROMANTISCH. GEMÄLDE UND ZEICHNUNGEN DES 19. JAHRHUNDERTS VON KÜNSTLERN IN UND AUS SCHLESIEN

Eine Ausstellung des Schlesischen Museums zu Görlitz in Zusammenarbeit mit der Ostdeutschen Studiensammlung Helmut Scheunchen

seit 12.9.2020 – verlängert bis 1.8.2021

Erstmals widmet das Schlesische Museum eine Schau der Kunst des 19. Jahrhunderts. Sie bietet damit Einblicke in eine Epoche, die von zahlreichen politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Umbrüchen bestimmt wurde. Künstlerisch geprägt wurde diese Zeit anfangs durch die Romantiker, die gegen das rationale Denken der Aufklärung revoltierten und sich für eine Welt-Anschauung begeisterten, in der das Subjektiv-Gefühlvolle, Fantastische, Geheimnisvolle und Abenteuerliche eine tragende Rolle spielten. Viele Menschen wurden davon in ihrer Einstellung zur Natur, zur Industrialisierung, zum Alltagsleben sowie zur Geschichte, Politik und Religion beeinflußt. Die gescheiterte Revolution 1848 sorgte aber auch für Ernüchterung und begünstigte realistischere Auffassungen in der Kunst.
Die zahlreichen Leihgaben, vor allem aus der Ostdeutschen Studiensammlung, lassen die künstlerische Vielfalt sowie die Verbindungen zwischen Schlesien und den großen Kunstzentren der Zeit anschaulich werden. Zahlreiche Werke sind erstmals öffentlich zu sehen. Auch stellt das Museum Neuerwerbungen vor, die u. a. mit finanzieller Unterstützung von Seiten des Fördervereins für die Sammlung des Museums gewonnen werden konnten.
Die Publikation, reich bebildert und zweisprachig (deutsch/polnisch), kann im Museumsladen vor Ort oder online erworben werden.

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Einladung zur Ausstellungseröffnung STREIFZÜGE / WĘDRÓWKI

Sehr geehrte Damen und Herren,
wir laden Sie herzlich ein zur Eröffnung unserer neuen Sonderausstellung STREIFZÜGE / WĘDRÓWKI – Fotografien von Jacek Jaśko
am Donnerstag, dem 22. Juli, um 19.00 Uhr,
im  Museum der Fotografie in Görlitz, Löbauer Str. 7.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Agnieszka Gsior, Direktorin

Der Fotograf Jacek Jaśko (Jg. 1955) stellt mit seinen Schwarz-Weiß-Aufnahmen die zeitlose Landschaft des Riesengebirges und die veränderbare Welt seines Dorfes Kopaniec (Seifershau) dar. Für diese Aufnahmen wurde der Fotograf mehrfach auf der Biennale der Bergfotografie in Jelenia Góra (Hirschberg) ausgezeichnet.
Die Präsentation und Begleitpublikation wurden erarbeitet von Romy Czimmernings, Voluntärin am Schlesischen Museum zu Görlitz, und der Projektleiterin Agnieszka Bormann, Kulturreferentin für Schlesien.
Das Vorhaben eröffnet das Ausstellungs- und Exkursionsprogramm SATELLITEN (www.satelliten.eu) des Kulturreferats am Schlesischen Museum zu Görlitz
Es wird gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien und die Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit.

Wir bitten Sie herzlich, uns Ihr Kommen anzuzeigen:
kontakt@schlesisches-museum.de

STREIFZÜGE / WĘDRÓWKI

Ausstellung des Schlesischen Museums im Museum der Fotografie in Görlitz, Löbauer Str. 7,
vom 22.07. bis zum 31.10.2021

Eröffnung am 22.07.2021 um 19 Uhr
Öffnungszeiten: Dienstag - Donnerstag  12.00 - 16,00 Uhr,  Freitag - Sonntag  12.00 - 18.00 Uhr

In der Ausstellung „Streifzüge – Wędrówki“ werden schwarz-weiße Fotografien von Jacek Jaśko präsentiert. Thematische Schwerpunkte bilden das Riesengebirge und das Dorf Kopaniec (Seifershau), wo der Künstler 20 Jahre lang gelebt hat und heute immer wieder zurückkehrt. Die Fotografien stammen aus drei Bilderzyklen: „Riesengebirge 20./21. Jahrhundert“, „Kopaniec 1955-2005“ und „Kopaniec. Im Gehen“. Einerseits entführen sie den Betrachter in eine zeitlose Landschaft der Berge, andererseits in die veränderbare Welt eines Dorfes. Das Göttliche und das Menschliche, das Unendliche und das Vergängliche, das Universelle und das Konkrete stehen hier kontrastreich nebeneinander, dringen ineinander und ergeben so ein sinnliches Ganzes. Für diese Aufnahmen wurde der Fotograf mehrfach auf der Polnischen Biennale für Bergfotografie in Jelenia Góra (Hirschberg) ausgezeichnet.
Jacek Jaśko, geb. 1955 in Jelenia Góra, verbrachte seine Kindheit in der Hampelbaude (poln. Schronisko Strzecha Akademicka) im Riesengebirge – eine prägende Erfahrung fürs Leben. Er war mehrere Jahre Journalist der "Gazeta Wyborcza", „Nowiny Jeleniogórskie“ und Chefredakteur der Zeitschrift "Karkonosze". Seine fotografische Ausbildung erhielt er an der Hochschule für Fotografie in Hirschberg. 2008/2009 leitete er in Kooperation mit der Stadtbibliothek "Książnica Karkonoska" das Fotoprojekt „Jelenia Góra. Pamięć Miasta“ (Hirschberg. Gedächtnis einer Stadt). Seine Werke wurden zum Beispiel auch in Aarhus (Dänemark), Berlin, Dresden und Weißwasser gezeigt. Heute lebt Jaśko in Prag und immer wieder auch in Kopaniec.
SATELLITEN – Begegnungen mit zeitgenössischer Kunst in und aus Schlesien
Mit der Ausstellung "Streifzüge – Wędrówki" eröffnen wir das Projekt „SATELLITEN – Begegnungen mit zeitgenössischer Kunst aus Schlesien“. Mit einer Reihe von geplanten Ausstellungen ermöglicht das Projekt eine Auseinandersetzung mit ausgewählten künstlerischen Positionen, die aktuell in Schlesien sichtbar sind. Diese Annäherung findet im zweiten Teil von SATELLITEN ihre Fortsetzung in Schlesien – mit Exkursionen zu den Künstlerinnen und Künstlern an den Orten ihres Lebens und Schaffens. Hier steht neben der Kunst auch die Region im Fokus. Denn durch die Begegnungen mit den Kunstschaffenden in ihren Ateliers lernen wir nicht nur ihre künstlerische Handschrift und konkrete Werke kennen, sondern auch ihre Lebenswirklichkeit, ihre Bezüge zu ihren Wirkungsorten, ihrer Geschichte und Gegenwart, die sie nicht selten aktiv beeinflussen und gestalten.
Die Ausstellung sowie das gesamte Projekt „SATELLITEN – Begegnungen mit zeitgenössischer Kunst aus und in Schlesien“ werden gefördert aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien über das Kulturreferat für Schlesien am Schlesischen Museum zu Görlitz sowie durch die Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit. Weitere Informationen unter www.satelliten.eu.

FÜR KINDER UND JUGENDLICHE

Ferienprogramm zur Sonderausstellung

am Mittwoch, den 21. Oktober, und Freitag, den 23. Oktober

  • jeweils um 10.00 Uhr
  • für Kinder zwischen 10 und 15 Jahren
  • Teilnahme: € 2,00 pro Kind, auf Wunsch Selfie (Polaroid) für € 1,00
  • nach Terminvereinbarung für Gruppen ab 12 Jahre Gruppenpreis: € 20,00, auf Wunsch Selfie (Polaroid) für € 1,00

Alles romantisch?
Bei dem Wort „romantisch” denken wir sofort an rote Rosen, Sonnenuntergänge, Candle-Light-Dinner und stimmungsvolle Musik. In unserer neuen Sonderausstellung dreht sich mit Gemälden und Zeichnungen nicht alles, aber sehr viel um die Romantik. Mit ihr änderte sich der Blick auf den Menschen, individuelle Charakterzüge wurden wichtiger als zuvor. Und Menschen aus unterschiedlichen Gesellschaftsschichten ließen sich entsprechend porträtieren.
Doch was hat das mit uns heute zu tun? Eine ganze Menge: So ist zum Beispiel die heute verbreitete „Selfie"-Kultur mit diesen Porträts verwandt. Genau wie damals setzte sich Mann/Frau in Szene und wollte „gut getroffen" sein. Klar, Mode, Frisuren und Selbstverständnis haben sich gewandelt, doch die Fragen sind immer die gleichen: Wer bin ich? Was bin ich? Was will ich sein oder wie sollen mich andere sehen?
Beim neuen museumspädagogischen Programm für junge Menschen können anhand von historischen Kostümen aus dem Görlitzer Theaterfundus Porträts der damaligen Zeit nachempfunden werden, wobei Körper- und Rollenbilder aufgegriffen und hinterfragt werden sollen. Dabei geht es auch um den Zusammenhang von Lebensumfeld und Identität, Selbst-Darstellung und um Gefühl. Alles ganz alt und trotzdem romantisch und neu.

  • Information/Anmeldung: Matthias Voigt, +49 3581 8791-122,
    Ferienprogramm zur Sonderausstellung
    am Mittwoch, den 21. Oktober, und Freitag, den 23. Oktober
    jeweils 10 Uhr
    für Kinder zwischen 10 und 15 Jahren
    Teilnahme: 2 Euro pro Kind, auf Wunsch Selfie (Polaroid) für 1 Euro
    nach Terminvereinbarung für Gruppen ab 12 Jahre Gruppenpreis: 20 Euro, auf Wunsch Selfie (Polaroid) für 1 Euro
    Alles romantisch?
    Bei dem Wort „romantisch" denken wir sofort an rote Rosen, Sonnenuntergänge, Candle-Light-Dinner und stimmungsvolle Musik. In unserer neuen Sonderausstellung dreht sich mit Gemälden und Zeichnungen nicht alles, aber sehr viel um die Romantik. Mit ihr änderte sich der Blick auf den Menschen, individuelle Charakterzüge wurden wichtiger als zuvor. Und Menschen aus unterschiedlichen Gesellschaftsschichten ließen sich entsprechend porträtieren.
    Doch was hat das mit uns heute zu tun? Eine ganze Menge: so ist zum Beispiel die heute verbreitete „Selfie"-Kultur mit diesen Porträts verwandt. Genau wie damals setzte sich Mann/Frau in Szene und wollte „gut getroffen" sein. Klar, Mode, Frisuren und Selbstverständnis haben sich gewandelt, doch die Fragen sind immer die gleichen: Wer bin ich? Was bin ich? Was will ich sein oder wie sollen mich andere sehen?
    Beim neuen museumspädagogischen Programm für junge Menschen können anhand von historischen Kostümen aus dem Görlitzer Theaterfundus Porträts der damaligen Zeit nachempfunden-den werden, wobei Körper- und Rollenbilder aufgegriffen und hinterfragt werden sollen. Dabei geht es auch um den Identität von Lebensumfeld und Identität, Selbst-Darstellung und um Gefühl. Alles ganz alt und trotzdem romantisch und neu.
  • Information/Anmeldung: Matthias Voigt, +49 3581 8791-122,
    museumsbildung@schlesisches-museum.de

MUSIK UND MUSEUM

Schatzkammermusik II und III

  • am Freitag, den 30. Oktober, und Freitag, den 27. November
  • jeweils 17.00 und 19.30 Uhr
    Eine Veranstaltung von PhilMehr! „Philharmonische Brücken e.V.”
  • Eintritt: € 18,00, Schüler und Studenten frei

Der Verein PhilMehr! „Philharmonische Brücken e.V.” initiiert nusikalische Aufführungen an verschiedenen Orten in Görlitz, im Kulturraum Oberlausitz/Niederschlesien sowie in den angrenzenlen Regionen in Polen und Tschechien. Der Verein möchte damit das künstlerische Potential der ansässigen Neuen Lausitzer Philharmonie fördern, entwickeln und für ein breites Publikum erlebbar machen. Nun sollen auch Konzerte im Schlesischen Museum stattfinden.

Wenn Musik im Museum erklingt, dürfen sich die Besucher an dem belebenden Zusammenspiel der Musen erfreuen. Mitglieder der Neuen Lausitzer Philharmonie und des Gerhart-Hauptmann-Theaters geben für Sie ein Konzert, während Mitarbeiter des Schlesischen Museums Ihnen kleine Schätze vorführen. Diese kurzen Präsentationen werden Sie in die Sonderausstellung “Nicht nur romantisch!” locken.
Während der musikalischen Aufführungen am 27. November stellt Romy Czimmernings, Volontärin am Schlesischen Museum, ein Gemälde vor, das schon auf das Weihnachtsfest verweist: “Die Anbetungen Christi durch die Hirten und die Heiligen Drei Könige”. Es stammt von Adolf Gottlob Zimmermann (1799-1859), der als einer der bedeutendsten Künstler der Oberlausitz gilt und sich künstlerisch zwischen der Romantik und dem Historismus verorten läßt. Als Anhänger der sogenannten Nazarener widmete er sich besonders religiösen Darstellungen, deren Vorbilder auf die Renaissance zurückgehen.

WEIHNACHTEN IM MUSEUM

Grulicher Krippensmg2_301020
Präsentation im Nordhof

29. November 2020 bis 7. Februar 2021

Bereits vor einigen Jahren bekam das Schlesische Museum von den Sammlern Marita und Manfred Ihle in Spremberg drei Weihnachtskrippen mit Grulicher Holzfiguren geschenkt, die nun erstmals hier vom Ersten Advent bis zum Sonntag nach Maria Lichtmeß präsentiert werden.
Grulich/Králíky liegt in Tschechien zwischen dem Glatzer Schneegebirge und dem Hannsdorfer Bergland dicht an der Grenze zu Schlesien. Im 19. Jahrhundert entwickelte sich hier die Schnitzerei von Krippenfiguren zu einem blühenden Gewerbe. In Grulich und in ca. 30 umliegenden Dörfern waren zeitweise mehrere hundert Familien mit der Krippenschnitzerei beschäftigt. In halbindustriellen Familienbetrieben schnitzten Männer die „Grulicher Manndln” aus gekochter Fichte und Frauen und Kinder bemalten die Figuren mit Leimfarbe. Trotz dieser massenhaften Produktion weisen die Figuren eine große Vielfalt auf, wurden doch nicht nur die Heilige Familie, die Hirten mit ihren Tieren, die Engel und die Hl. Drei Könige hergestellt, sondern auch andere Ensembles wie Bauernhöfe, Werkstätten von Handwerkern, Marktszenen oder der Bergbau. Die Krippen wurden bis nach Amerika vertrieben und waren auch in Schlesien sehr beliebt und weit verbreitet.
Marita und Manfred Ihle gelang es im Laufe vieler Jahre, drei große Krippen zusammenzustellen. Die größte Krippe ist 2,6 m breit und umfaßt neben dem Stall von Bethlehem und dem Tempelberg in Jerusalem eine ausgedehnte Landschaft mit über 130 Grulicher Krippenfiguren. Sie zeigt zahlreiche Szenerien aus dem täglichen Leben, und es gibt für kleine und große Besucher viele liebevoll ausgeführte Details zu entdecken.

PARTNERMUSEUM

Heckert Szklo | Glas 1866-1923
Ausstellung im Riesengebirgsmuseum Hirschberg / Muzeum Karkonoskie w Jeleniej Górze

23. Oktober 2020 bis 28. Februar 2021

Nachdem die Kunstglasfabrik Fritz Heckert in Petersdorf/Piechowice in unserer vergangenen Ausstellung (April bis August 2020) mit Leihgaben aus einer deutschen Privatsammlung präsentiert wurde, bietet das Muzeum Karkonoskie w Jeleniej Górze/Riesengebirgsmuseum Hirschberg eine neue, überaus lohnende Schau. Sie entsteht in Kooperation mit dem Schlesischen Museum. Das Hirschberger Partnermuseum stellt eigene umfangreiche Bestände und zahlreiche Leihgaben polnischer Sammler aus und zeigt einen weitaus breiteren Querschnitt der Heckert-Produktion. Zudem erscheint eine Broschüre (www.muzeumkarkonoskie.pl).
Zu den neuen Exponaten gehören ein großer Wandspiegel von 1873 und ein bisher unbekannter Kronleuchter. Die Kunstglas-Herstellung wird durch Historismus- und Gründerzeit-Gläser sowie Produkte mit orientalisierenden Formen und Dekoren repräsentiert. Vor allem die modernen Entwicklungen wie Cypern-, Uran- und Überfang-Gläser um 1900 sind umfangreich berücksichtigt. Besonders hervorzuheben ist das Jugendstilglas nach Entwürfen von M. Rade, L. Sütterlin oder O. Thamm. Abgerundet wird die Ausstellung durch Musterbücher und zahlreiche historische Dokumente der Fa. Heckert.
Ausführlich wird auch die aktuelle Situation der Glasherstellung im Raum Hirschberg durch die Glasfabrik Huta Julia (www.hutajulia.pl) vorgestellt. Sie produziert seit 2006 am alten Standort der Fa. Heckert und sieht sich in der Tradition ihrer Vorgänger. Besonders reizvoll ist es für Interessierte, einen Ausstellungsbesuch mit der Besichtigung der Huta Julia zu verbinden.

NEUER MITARBEITER IM MUSEUM

Museumspädagoge Matthias Voigt

Das Schlesische Museum wurde seit seiner Eröffnung im Mai 2006 schnell zu einer festen Größe in meinem Lebensalltag in Görlitz. Von Beginn an erhielt ich hier die Möglichkeit, als freier Mitarbeiter Gäste durch die Dauerausstellung zu führen. Das war einem Zufall zu verdanken, hatte ich doch im sevoigtlben Jahr eine kurze Begegnung mit Johanna Kutschera, der damaligen Museumspädagogin am Haus. Sie warb für diese Arbeit und ich war von Anfang an mit Begeisterung und Engagement dabei. In der Folge übernahm ich auch andere Formate für das Publikum: Führungen durch Sonderausstellungen, Vorträge im Rahmen des Schlesischen Kaffeetrinkens bis hin zu einer kleinen Sonderausstellung am Jahresende 2009, welche ich selbst kuratierte.
Meinen beruflichen Qualifikationen entsprechend war ich bis jetzt in den Bereichen der Pädagogik, Beratung und Betreuung tätig. Ob das Unterrichten Auszubildender, die Betreuung von Kindern und Jugendlichen, von Menschen mit Behinderungen und Einschränkungen, die Altenarbeit mit dem Themenschwerpunkt Demenz, die Integrationsarbeit für geflüchtete Menschen oder zuletzt die Beratung für  Familien in herausfordernden Lebenssituationen. Derzeit belege ich ein berufsbegleitendes Studium an der Friedrich-Wilhelm-Universität in Bonn. Hier belege ich im Aufbaumaster das Fach Politisch-historische Studien, in welchem auch der Bereich der professionellen Museumsarbeit eine tragende Rolle spielt.
Den pädagogischen Auftrag in der Museumsbildung sehe ich darin, herausfordernde und komplexe Themen verständlich und zielgruppengerecht darzustellen. Mein Ziel ist es, den Besuchenden das Museum als einen Erlebnisort für Erkenntnis und Wissenserweiterung anzubieten. Der gesellschaftliche Wandel betrifft natürlich auch die Bildungsarbeit der Museen, Zielgruppen verändern sich kontinuierlich. Die so genannte Erlebnisgeneration, die mit unserem Thema Schlesien biografisch und emotional verbunden ist, wird kleiner. Deshalb müssen die nachfolgenden Generationen auf neue Weise angesprochen und gewonnen werden. Eine wichtige Aufgabe und Chance ist es, wenn Familienbiografien, die mit Schlesien verbunden sind, erfragt und weiter erforscht werden können. Eine lebendige Zusammenarbeit mit den vielfältigen Bildungseinrichtungen, anderen Museen in der Region und weiteren soziokulturellen Institutionen ist mir besonders wichtig.

Friedrich Wilhelm Szopny

Erst Schlesien und dann vielleicht die Welt entdecken
Wer seit dem 1. September 2019 das Schlesische Museum zu Görlitz besucht hat, traf eventuell schon auf mich. Mein Name ist Friedrich Wilhelm Szopny, ich wurde 2002 geboren, und ich bin der neue Bundesfreiwillige am Museum.
In meiner Familie wird über das Thema Schlesien sehr viel gesprochen. So begann ich mich mit diesem Land im Herzen von Europa zu beschäftigen und lernte vieles über seine Geschichte, die Bewohner, mythische Gestalten und Städte kennen. Mich zog es nicht in die Ferne, sondern in das von Görlitz aus nahe Schlesien. Sehr gern gehe ich im Riesengebirge wandern. Inzwischen beschäftige ich mich gezielter mit der Geschichte Schlesiens, entdecke Parallelen zwischen Vergangenheit und Gegenwart oder sehe Ver bindungen zur europäischen Geschichte.
Als ich im Frühjahr 2019 kurz vor meinem Realschulabschluß stand, motivierten mich diese Liebe und der Wunsch, noch mehr über die Landschaft zu lernen, dazu, mich im Schlesischen Museum für den Bundesfreiwilligendienst zu bewerben. Es hat geklappt! Ich bin in den Bereichen Museumspädagogik und Verwaltung tätig und unterstütze Dr. Martin Kügler bei den Vorbereitungen zur Ausstellung „Glas der Firma Heckert”. Im Laufe des Jahres werde ich selbstständig ein Projekt entwickeln und durchführen.
Was ich nach dem Bundesfreiwiligendienst machen werde, kann ich im Moment noch nicht sagen. Sollte mir nicht so schnell ein Berufswunsch einfallen, werde ich die Welt für mich entdecken!

PROJEKTE

Nationalpark Riesengebirge und Schlesisches Museum zu Görlitz starten gemeinsames Projekt

Am 21. Oktober 2019 unterzeichneten der Direktor des Nationalparks Riesengebirge, Dr. Andrzej Raj, und der Direktor des Schlesischen Museums zu Görlitz, Dr. Markus Bauer, in Hermsdorf/Sobieszów einen Partnerschaftsvertrag, um ein gemeinsames Projekt im Rahmen des Kooperationsprogramms INTERREG Polen-Sachsen zu realisieren. Das Vorhaben unter dem Titel „Schlesien - gemeinsames Natur- und Kulturerbe” wird mit insgesamt 2,3 Millionen Euro gefördert und hat eine Laufzeit von 22 Monaten. Die Rolle des Leadpartners nimmt der Nationalpark Riesengebirge (Karkonoski Park Narodowy) ein, eine dem Umweltministerium in Warschau unterstehende Institution mit Sitz in Hirschberg/Jelenia Góra.
Mit dem Partnerschaftsvertrag begann die Arbeit für mehrere Vorhaben: So erarbeitet das Schlesische Museum eine Sonderausstellung „Kunst im Riesengebirge” und eine Präsentation zur Geschichte Schlesiens nach 1945 als Ergänzung seiner ständigen Ausstellung. Auf der polnischen Seite entsteht ein Informationsund Dokumentationszentrum zur Natur und Kulturgeschichte des Riesengebirges am künftigen Verwaltungssitz des Nationalparks, dem ehemaligen Schaffgotsch'schen Amtsschloß in Hermsdorf/ Sobieszów. Die Partner wollen sich bei ihren jeweiligen Vorhaben beraten und wechselseitig logistische Unterstützung bieten sowie eine Vielzahl von Veranstaltungen (Tagungen, Workshops, Vorträge, Exkursionen und Schülerprojekte) gemeinsam planen und durchführen.
Das Projekt „Schlesien - gemeinsames Natur- und Kulturerbe" wird realisiert im Rahmen des Kooperationsprogramms INTERREG Polen-Sachsen 2014-2020.

TERMINE VON OKTOBER BIS  DEZEMBER 2020

OKTOBER

Liebe Besucherinnen und Besucher!
D
a für alle Veranstaltungen nur begrenzt Plätze zur Verfügung stehen, empfehlen wir Ihnen sich anzumelden:
+49 3581 87910,
kontakt@schlesisches-museum.de

Öffentliche Führungen jeden Montag 10 Uhr und jeden Mittwoch 14.00 Uhr
Teilnahme: € 8,00, ermäßigt € 6,00

Mittwochsführungen vorerst bis Ende Oktober

  • 14. Oktober, Agnieszka Bormann: Schlesische Persönlichkeiten
  • 21. Oktober, Norbert Faust: Schlesische Toleranz? Land zwischen Völkern und Konfessionen
  • 28. Oktober, Dr. Johanna Brade: Führung zur Sonderausstellung „Nicht nur romantisch”

Donnerstag, 15.10.2020
18.00 Uhr
Eingang: Fischmarkt 5
 

Kulturreferat
Diskussion

Görlitz in Schlesien - Schlesien in Görlitz:
Das Erbe der Wende 1989/90 mit Dr. Markus Bauer, Volker Bandmann MdL a.D., Margrit Kempgen, Harald Twupack, Robert Lorenz

Wenn vor dem Görlitzer Rathaus die niederschlesische Fahne zwischen der städtischen und sächsischen Fahne gehißt ist, dann ist das eine Errungenschaft der Wendezeit. In der DDR war Schlesien ein Tabu. Erst im Zuge der politischen Umbrüche der Jahre 1989/90 konnte im Osten Deutschlands an Schlesien erinnert werden. Anfang der1990er Jahre verstärkten sich die Neugier und die Faszination gegenüber der Region. Heute fühlt sich Görlitz der Kultur und den Traditionen Schlesiens besonders verpflichtet.
Die Identität und das Bewußtsein für die Kultur des niederschlesischen Landesteils hat der Freistaat Sachsen in seiner Verfassung verankert. Am 26. Mai 1992 vom Sächsischen Landtag beschlossen, regelt die Sächsische Verfassung, Artikel 2, Abs. 4, daß im schlesischen Teil des Landes die Farben und das Wappen Nliederschlesiens gleichberechtigt geführt werden können. Akteure, Beteiligte und Beobachter dieser Prozesse finden zur Diskussion zusammen und blicken auf die Weichenstellung in den Jahren 1989/90 und auf die Folgejahre zurück.

  • Eine Veranstaltung des Kulturbüros Görlitz und des Kulturreferats für Schlesien, gefördert durch den Freistaat Sachsen im Rahmen des Förderprogramms „Revolution und Demokratie”
  • Eintritt frei
  • Anmeldung erforderlich: kontakt@schlesisches-museum.de, +49 3581 87910

Freitag, 16.10.2020
18.00 Uhr
Eingang: Fischmarkt 5
Eintritt: € 3,00

Kulturreferat
Vortrag

SCHLESIEN ERFAHREN

Magdalena Woch: Daisy Hochberg von Pleß - Leben und Legende

Daisy Hochberg von Pleß wurde 1873 in England als Mary Theresa Olivia Cornwallis-West geboren und galt als eine der schönsten Frauen der viktorianischen Epoche. Mit 18 Jahren heiratete sie Hans Heinrich XV. Hochberg von Pleß, einen der reichsten Männer in Deutschland. Mit ihrer Familie lebte Daisy über 20 Jahre lang auf Schloß Fürstenstein, das sie zum Treffpunkt des europäischen Hochadels machte. Der Ausbruch des Ersten Weltkrieges, Krankheit und die Scheidung von ihrem Mann (1922) brachten Unglück in ihr Leben. Sie verstarb 1943 in Waldenburg in großer Armut.
Magdalena Woch ist Germanistin und Leiterin der Museums-und Bildungsabteilung am Schloß Fürstenstein in Waldenburg/Wałbrzych. Sie ist Buchautorin, Archivarin und Mitautorin von historischen Ausstellungen. In ihrem Vortrag stellt sie die wichtigsten Lebensstationen sowie das politische und soziale Engagement der Fürstin Daisy vor.

Siehe auch: Exkursion am 17. Oktober

Samstag, 17.10.2020

Kulturreferat
Exkursion

SCHLESIEN ERFAHREN

Tagesfahrt nach Waldenburg/Wałbrzych

  • Einführender Vortrag am 16. Oktober
  • Information/Anmeldung: Senfkorn-Reisen,
    info@senfkornreisen.de, +49 3581400520

Mittwoch, 21.10.2020
18.00 Uhr
Eingang: Fischmarkt 5
Eintritt: € 5,00

Kulturreferat
Buchvorstellung, Fotovortrag


SCHLESIEN ERLESEN

Hans-Joachim Gawor: Von der Witka bis zur Weißen Elster
Fünfhundert Kilometer Grenzsteinsuche entlang der sächsisch-preußischen Grenze von 1815

1815 mußte das Königreich Sachsen aufgrund der Beschlüsse des Wiener Kongresses nahezu zwei Drittel seines Territoriums an Preußen abtreten. Fortan verlief durch die Oberlausitz von Nordwesten nach Südosten eine Grenze. Der nördliche Teil mit Görlitz kam an Preußen.
Hans-Joachim Gawor ist in den Jahren 2008 bis 2020 die frühere, fünfhundert Kilometer lange sächsisch-preußische Grenze abgegangen. Er suchte mit Gleichgesinnten die ab 1828 aufgestellten alten Grenzsteine. Dabei hat er mehr als 2400 Grenzzeichen gefunden und dokumentiert. Der Fotovortrag wird mit Zeitdokumenten, Erlebnissen und Anekdoten unterlegt. Gleichzeitig präsentiert Gawor sein 2017 im Oberlausitzer Verlag erschienenes Buch „Von der Witka bis zur Weißen Elster”.

  • Eine Veranstaltung des Kulturbüros Görlitz, des Kulturreferats, des Oberlausitzer Verlags und der Volkshochschule Görlitz

Mittwoch, 21.10.2020
10.00 Uhr

Freitag, 23.10.2020
10.00 Uhr
 

Ferienprogramm

Alles romantisch?

Programm zur Sonderausstellung für junge Museumsbesucher

Freitag, 30.10.2020
17.00 Uhr
und
19.30 Uhr

Konzerte

Schatzkammermusik II

Eine Veranstaltung von PhilMehr! „Philharmonische Brücken e.V.”

NOVEMBER / DEZEMBER

Mittwoch, 04.11.2020
18.00 Uhr
Eingang: Fischmarkt 5
Eintritt: € 3,00

Kulturreferat
Vortrag

SCHLESIEN ERFAHREN

Andrzej Paczos: Sagan - die Stadt und das Herzogtum

Im äußersten Nordwesten Schlesiens existierte seit 1472 das Herzogtum Sagan. Seine Ausdehnung reichte bis zum linken Ufer der Lausitzer Neiße. Die ersten Herrscher stammten aus der Piastendynastie. Nur eine kurze Zeit besaß Albrecht Wallenstein das Herzogtum. Dann ging es in die Hände der Familien Lobkowitz, Biron und Talleyrand-Périgord über.
Die Hauptstadt des Herzogtums Sagan/Żagań ist auch heute eine schöne Stadt mit vielen Denkmälern. Interessant sind insbesondere das Lobkowitz-Schloß, der Turm der ehemaligen Gnadenkirche, die Augustinerkirche mit der historischen Bibliothek und die Kopie des Heiligen Grabes, die der Görlitzer Stätte nachgebildet ist.

  • Siehe auch Filmvorführung am 6. und 12. November, Exkursion am 14. November

Donnerstag, 05.11.2020
18.00 Uhr
Eingang: Fischmarkt 5
Eintritt frei

Kulturreferat
Filmvorführung

30. FilmFestival Cottbus zu Gast in Görlitz
Film „Neurochlitz - Der lange Weg ins Nichts" (D 2019, 70 Min.)

Vom 3. bis 8. November 2020 findet das FilmFestival Cottbus - Festival des osteuropäischen Films zum 30. Mal statt. Im 75. Jahr nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges widmet sich eine Sonderreihe den menschlichen Schicksalen der Kriegs- und Nachkriegszeit. In „Neurochlitz - Der lange Weg ins Nichts" wird die Geschichte des jüngsten Dorfes Brandenburgs erzählt, wo Vertriebene aus Schlesien und Ostpreußen ihr Dorf im Niemandsland aus dem Boden stampften und eine neue Heimat fanden.

Freitag, 06.11.2020
17.30 Uhr
Kino Klappe die Zweite
Eintritt: € 6,00

Kulturreferat
Filmvorführung

SCHLESIEN ERFAHREN

Film „The Great Escape - Gesprengte Ketten" (USA 1963,165 Min.)

Das ehemalige Kriegsgefangenenlager der Luftwaffe in Sagan - das Stalag Luft III - ist heute vor allem durch den 1963 gedrehten amerikanischen Film „The Great Escape - Gesprengte Ketten” mit Steve McQueen und Charles Bronson bekannt. Hier wird die Flucht von 76 Kriegsgefangenen im März 1944 dargestellt.

Donnerstag, 12.11.2020
17.00 Uhr
Eintritt: € 5,00

Kulturreferat
Filmvorführung

SCHLESIEN ERFAHREN

Film „The Great Escape - Gesprengte Ketten" (USA 1963,165 Min.)

  • Information siehe 6. November

 

Freitag, 13.11.2020
18,00 Uhr
Filmpalast Görlitz, Jakobstraße 16
Eintritt: € 9,90; erm. € 6,70

Film und Gespräch

Wir sind Juden aus Breslau. Überlebende Jugendliche und ihre Schicksale nach 1933
Kinodokumentarfilm von Karin Kaper und Dirk Szuszies (108 Min.)

Einführung und anschließendes Filmgespräch mit Annett Jagiela, Sprecherin Kreisverband Görlitz von Bündnis 90/Die Grünen. 14 Zeitzeugen stehen im Mittelpunkt des Films. Sie waren in Breslau beheimatet, wo einst die drittgrößte jüdische Gemeinde Deutschlands bestand. Als Hitler an die Macht kam, mußten sie als Juden fliehen oder ins Exil gehen, einige überlebten das Konzentrationslager Auschwitz. In den USA, England, Frankreich und auch in Deutschland bauten sie sich ein neues Leben auf. Einige haben bei der Gründung und dem Aufbau Israels wesentlich mitgewirkt.

  • Filmaufführung in Zusammenarbeit mit dem Schlesischen Museum und dem Förderkreis Görlitzer Synagoge e.V.
  • Produktion und Eigenverleih des Films gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM)

Samstag, 14.11.2020

Kulturreferat
Exkursion

SCHLESIEN ERFAHREN

Tagesfahrt nach Sagan/Żagań

  • Einführender Vortrag am 4. November
  • Information/Anmeldung: Senfkorn-Reisen, info@senfkornreisen.de,+49 3581400520

Freitag, 27.11.2020
17.00 Uhr
und
19.30 Uhr

Konzerte

Schatzkammermusik III

  • Eine Veranstaltung von PhilMehr! „Philharmonische Brücken e.V."

Mittwoch, 02.12.2020
18.00 Uhr
Eingang: Fischmarkt 5
Eintritt: € 3,00

Kulturreferat
Vortrag

SCHLESIEN ERFAHREN

Andrzej Paczos: Jauer - die Stadt und das Herzogtum

Fast 500 Jahre lang existierte in Schlesien das Herzogtum Jauer/Jawor. Es entstand schon in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts und war lange Zeit mit dem Nachbarherzogtum Schweidnitz vereinigt. Zum Territorium gehörten Teile des Riesen- und Isergebirges. Die Herzöge aus der Piastendynastie haben das berühmte Zisterzienserkloster in Grüssau/Krzeszów gegründet, wo sich auch ihre Grablege befindet. Ihr früherer Sitz, das Schloß Jauer, ist für Besucher leider unzugänglich. Dagegen besuchen viele Touristen die Friedenskirche, ein Meisterwerk der kirchlichen Architektur des 17. Jahrhunderts und UNESCO-Weltkulturerbe. Das Regionale Museum birgt viele Schätze und Zeugnisse der reichen Geschichte der Stadt und ihrer Umgebung.

  • Siehe auch: Exkursion am 19. Dezember

Samstag, 19.12.2020

Kulturreferat
Exkursion

SCHLESIEN ERFAHREN

Tagesfahrt nach Jauer/Jawor

  • Einführender Vortrag am 2. Dezember
  • Information/Anmeldung: Senfkorn-Reisen, info@senfkornreisen.de,+49 3581400520

KULTURREFERENTIN MIT IHREN PROJEKTEN

Mit Ablauf des Monats Juli 2018 beendet Dr. Annemarie Franke als Kuturreferentin am Schlesischen Museum zu Görlitz ihre erfolgreiche, auf fünf Jahre angelegte Tätigkeit. Die Nachfolgerin wird Agnieszka Bormann.
Sie ist die erste Kulturreferentin mit polnischer Herkunft und zugleich starker lokaler Verankerung und von Beruf Germanistin und Kulturmanagerin. Ursprünglich kommt Agnieszka Bormann aus der Region um Kielce in Polen. 2005 hat sie Görlitz zu ihrer Wahlheimat auserkoren. Durch Studium, Arbeit, Familie und doppelte Staats-bürgerschaft in Deutschland und Polen gleichermaßen zu Hause, ist ihr Alltag von gelebter Bikulturalität geprägt.
Aufbauend auf ihren Erfahrungen im Projektmanagement und in deutsch-polnischen Kooperationen möchte sie mit ihrem breiten Netzwerk an regionalen und internationalen Kontakten eine nachhaltig wirksame Vermittlungsarbeit leisten, deutsch-polnische Begegnung ermöglichen, Wissensaustausch fördern und auch Projekte Dritter fachlich begleiten. Sie will dabei die zahlreichen Facetten der Vergangenheit und noch mehr der Gegenwart Schlesiens vorstellen und insbesondere seine heutigen Bewohner ihre Geschichten erzählen lassen. Am meisten interessiert sie die kleinen Orte des ländlich geprägten Schlesiens mit ihren häufig noch versteckten Perlen der Kulturgeschichte, mit ihren Menschen, die oft ein altes Haus oder Handwerk wiederbeleben, die deutsche Vergangenheit ihres Ortes pflegen, aufarbeiten und schließlich als Element der eigenen Identität begreifen.
Viel Erfolg mit der Arbeit am Schlesischen Museum!

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In der aktuellen Ausgabe der SILESIA NEWS, die von der Kulturreferentin am Schlesischen Museum zu Görlitz, Agnieszka Bormann, und dem Kulturreferenten am Oberschlsischen Landesmuseum in Ratingen-Hösel, Dr. David Skrabania, gemeinsam herausgegeben werden, wenden sich beide Kulturreferenten an ihre Interessenten und somit an Freunde Schlesiens mit dem Hinweis auf die Volksabsimmung in Oberschlesien, die sich in diesem Jahr zum hundertsten Mal jährt.

Sehr geehrte Damen und Herren,
in diesen Tagen jährt sich die Volksabstimmung in Oberschlesien zum 100. Mal. Während dieses Ereignis in der polnischen Erinnerungskultur immer noch wachgehalten wird, ist es in der deutschen in Vergessenheit geraten. Für die Region war der deutsch-polnische Konflikt um Oberschlesien nach dem Ersten Weltkrieg ein Jahrhundertereignis, welches immense Auswirkungen auf die weitere Geschichte der Region hatte. Aber nicht nur das: die wichtigsten europäischen Mächte waren direkt beteiligt, was die Auseinandersetzung um die staatliche Zugehörigkeit Oberschlesiens zu einem wahrhaft europäischen Konflikt machte. Das Oberschlesische Landesmuseum in Ratingen erinnert in der zweisprachigen Sonderausstellung „Polen oder Deutschland? Oberschlesien am Scheideweg“ an die Geschehnisse zwischen 1919 und 1922 in Oberschlesien und vertieft die Beschäftigung mit der Thematik mit dem eigens dazu produzierten 35-minütigen Bildungsfilm „Ein europäischer Konflikt. Der Abstimmungskampf um Oberschlesien 1921“.
Der 100. Jahrestag der Volksabstimmung bietet auch Anlaß, sich mit der komplexen Identität (oder den Identitäten) der Oberschlesier in Vergangenheit und Gegenwart auseinanderzusetzen. Denn ob in bezug auf die Sprache bzw. oberschlesische Mundart, die Multikulturalität von Land und Leuten im ostmitteleuropäischen „Irgendwo“ oder das besonders ausgeprägte regionale Bewußtsein seiner heutigen und früheren Einwohner – Oberschlesien war und ist ein Europa im Kleinen.
Europa im Großen und Ganzen bleibt derzeit wegen der eingeschränkten Mobilität meist unerreichbar. Doch Reisen - durch Raum und Zeit - geht auch mithilfe von Buch und Film. In eine gar nicht so ferne Vergangenheit nimmt Sie zum Schluß ein Zeitzeuge eines signifikanten Ereignisses von Ostern 1946 mit. In diesen Tagen, 75 Jahre später, dürfen wir Ostern in einem seit Jahrzehnten friedlichen Europa feiern. Und alles, was uns möglicherweise heute bedrückt, ist vergänglich. In dem Sinne wünschen wir Ihnen frohes Osterfest – Gesundheit und Geduld!
Mit herzlichen Grüßen
Ihr SILESIA News Team

Wer mehr über die Berichterstattungen und damit über Aktuelles in SILESIA NEWS vor allem zum Kulturbetrieb in Schlesien wissen möchte, möge folgenden Link besuchen: https://www.silesia-news.de/

NEUERSCHEINUNGEN

Die Publikationen des Schlesischen Museums widmen sich zwei historischen Themenkreisen, die bisher nicht zusammenhängend erforscht und publiziert worden sind. Beide Neuerscheinungen sind im Museumsladen erhältlich.

Mit der Publikation „Heimat und Fremde” gab Martina Pietsch fünfzehn Beiträge einer Tagung vom Februar 2009 heraus, die sich mit Migration, Bevölkerungswandel und Städtebau in Görlitz/Zgorzelec seit 1933 befaßten.
Es ist ein Kompendium zur jüngsten Geschichte der deutsch-polnischen Doppelstadt entstanden

Kulturreferent Maximilian Eiden publizierte unter dem Titel „Von Schlesien nach Israel” eine Vortragsreihe, die in den Jahren 2008 bis 2009 am Schlesischen Museum stattfand. Acht Autoren gehen dem Schicksal jener jüdischen Schlesier nach, denen die Flucht vor dem Holocaust nach Israel gelang. Es wird ihr Beitrag zum sozialen und kulturellen Leben ihrer neuen Heimat, des Staates Israel sichtbar.

Martina Pietsch (Hg.): Heimat und Fremde. Migration und Stadtentwicklung in Görlitz und Zgorzelec seit 1933. 164 Seiten, Abbildungen und Diagramme, Preis: € 13,90

Maximilian Eiden (Hg.): Von Schlesien nach Israel. Juden aus einer deutschen Provinz zwischen Verfolgung und Neuanfang. 112 Seiten, Abbildungen, Preis: € 12,80

Barockes Glas aus Schlesien
[Die Publikation erscheint anläßlich der Ausstellung “Barockes Glas aus Schlesien/Śląskie szkło barokow”, 11.06.-31.07.2016 Muzeum Karkonoskie w Jeleniej Górze, 20.08.-20.11.2016 Schlesisches Museum zu Görlitz]
Verlag Gunter Oettel
ISBN 978-3-944560-28-1
Preis: € 17,00

NEUERWERBUNGEN

Ein Kubikmeter Hirschberger Spitzen

Dank der großzügigen Unterstützung von Familie Dr. Hans-Joachim Vits konnte kürzlich eine besonders umfangreiche Sammlung Hirschberger Spitzen erworben werden — in zwölf Koffern und Kisten befindet sich fast ein Kubikmeter dieser feinen Textilien!smg072015b
Die Spitzen sind in den 1920er und 1930er Jahren in Hirschberg und Umgebung angefertigt worden. Sie stammen aus dem Besitz von Hedwig Freiin von Dobeneck (1877-1956). Zusammen mit Margarete Bardt hatte sie 1906 in Hirschberg die privaten „Schulen für künstlerische Nadelarbeiten" gegründet. Von 1911 bis 1922/23 übernahm Fürstin Mary Teresia (Daisy) von Pleß die Werkstätten, die in diesen Jahren als „Spitzenschulen der Fürstin von Pleß” firmierten. Die ehemaligen Eigentümerinnen leiteten weiterhin die Schulen. Später wurden sie wieder durch Hedwig von Dobeneck übernommen, mußten aber 1935 infolge wirtschaftlicher Schwierigkeiten geschlossen werden.
Die weit mehr als eintausend Einzelstücke sind in verschiedenen Techniken ausgeführt und meist von sehr guter Qualität. Es handelt es sich dabei um Bänder und Borten, Applikationen (Kragen, Rüschen), Hauben, Schleier, Taschentücher sowie Platzdeckchen und Untersetzer. Auch eine spitzenbesetzte Taufgarnitur (Kleid, Haube, Kissen) ist darunter. Die Sammlung stammt aus Restbeständen früherer Verkaufs stellen in Hirschberg und Warmbrunn. An vielen Arbeiten sind noch die Etiketten mit Muster- bzw. Modellnummern und Preisen befestigt.

Doppelte Freude über geteilte Keramiksammlung

Seit über 50 smg072015aJahren sammeln Hans-Martin Kühn und seine Frau Bunzlauer Keramik. Dabei bevorzugten sie handgefertigte Produkte aus der Oberlausitz und dem Bezirk Bunzlau; serielle Fabrikware erwarben sie hingegen nur zu Vergleichszwecken. Es entstand eine Sammlung von rund 800 Keramiken, die die Entwicklung vom einfachen Braungeschirr zu der bunt dekorierten Keramik Bunzlauer Art in der Zeit von etwa 1900 bis 1945 dokumentiert.
Das Ehepaar Kühn mußte sich nun aus Platzgründen von einem großen Teil der Sammlung trennen. Sie boten die Kollektion dem Muzeum Ceramiki w Bolesławcu (Keramikmuseum Bunzlau) an, wo man einer Übernahme gern zustimmte. Direktorin Anna Bober-Tubaj schlug ihrerseits dem Schlesischen Museum vor, sich die Sammlung zu teilen. Dieses großzügige Angebot ist ein Zeichen für die seit mehreren Jahren bestehende gute und freundschaftliche Kooperation der beiden Museen und wurde von Görlitzer Seite sehr gern angenommen.
Somit kehrt ein Teil der Keramiken nach Bunzlau zurück, der andere kommt nach Görlitz. Dank der wißenschaftlichen Aufarbeitung und Inventarisierung der Sammlung durch das Ehepaar Kühn ist es beiden Museen möglich, jeweils einen Überblick über den gesamten Bestand zu haben und sich bei Bedarf gegenseitig Stücke auszuleihen.

Texte sind den aktuellen Museumsinformationen entnommen!

DER FÖRDERVEREIN DES SCHLESISCHEN MUSEUMS ZU GÖRLITZ

Verein der Freunde und Förderer des Schlesischen Museums zu Görlitz – Landesmuseum Schlesien e. V.

In Deutschland wächst das Interesse an Kultur und Geschichte Schlesiens. Schlesien war und ist eine Kulturregion von hohem Rang. Dies überzeugend darzustellen und zur Geltung zu bringen, ist im Schlesischen Museum zu Görlitz gelungen. Das Museum will außer den heimatvertriebenen Schlesiern und deren Nachkommen selbstverständlich auch Menschen ansprechen, die keinen persönlichen Bezug zu Schlesien haben. Der Verein der Freunde und Förderer möchte das Museum weithin bekannt machen, um viele Menschen auf dieses, wie Johann Wolfgang von Goethe sich ausdrückte, „zehnfach intereßante Land” hinzuweisen. Die Mitglieder des Vereins, gleichsam die Botschafter des Museums, erhalten durch die „Mitteilungen aus dem Schlesischen Museum zu Görlitz” Informationen über das Geschehen im Museum. Der Verein veranstaltet in Görlitz Vortragsabende unter dem Titel „Das besondere Objekt”. Durch Spenden ermöglicht er dem Museum das Erwerben weiterer intereßanter Objekte. Das Museum mit finanziellen Mitteln beim Erwerb von dinglichem Kulturgut zu unterstützen, ist eine besonders wichtige Aufgabe des Fördervereins. Schon jetzt sind die Mittel der öffentlichen Hand zum Ankauf von Exponaten zur Verfügung stellt, äußerst gering. Die Haushaltslage macht es nicht wahrscheinlich, daß ich an dieser Situation mittelfristig etwas ändert. Vielmehr steht zu befürchten, daß in den kommenden Jahren keine investiven Mittel mehr bereitgestellt werden. Um so wichtiger ist die Hilfe, die die Freunde des Museums über ihren Förderverein ihrem Schlesischen Museum geben können. Verstärken auch Sie die Wirksamkeit des Fördervereins mit Ihrer Mitgliedschaft und Ihren Spenden. Jeder noch so kleine Betrag ist willkommen.

Der Verein bemüht sich ferner darum, Freunde für das Museum im heute polnischen Schlesien zu gewinnen, etwa durch Vorlesewettbewerbe für Schüler mit dem Fach Deutsch und eine Einladung der Wettbewerbsteilnehmer nach Görlitz.
Der Verein der Freunde und Förderer lädt jeden an der weiteren Entwicklung des Schlesischen Museums Intereßierten ein, Mitglied zu werden. Die Mitgliedschaft kann über die Postanschrift

Schlesisches Museum zu Görlitz
Postfach 300 461
02809 Görlitz


beantragt werden.

Bankverbindung für Spenden:

Kontonummer: 40 550 / IBAN: DE65850501000000040550
BLZ: 850 501 00 / BIC: WELADED1GRL
Sparkasse Oberlausitz-Niederschlesien


Zur Vereinfachung der Korrespondenz mit den Mitgliedern, aber auch zur Einsparung von Portoauslagen werden die Vereinsmitglieder herzlich gebeten, ihr Emailadressen - soweit vorhanden - dem Vereinsvorsitzenden Dr. Klaus Schneider, Oskar-Schlemmer-Straße 5/645, 70191 Stuttgart oder k.schneider-glogau at t-online.de mitzuteilen.