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SONDERAUSSTELLUNG

Vom 21. Oktober 2018 bis zum 15. März 2019
 

„Vergessen Sie uns nicht.“

Die Malerin Julie Wolfthorn
(Thorn 1864 -1944 Theresienstadt)

 

juliewolfthorn

Zur Ausstellungseröffnung am Samstag, dem 20. Oktober 2018 um 16.00 Uhr, lädt das Westpreußische Landesmuseum seine Freunde sehr herzlich ein.

Begrüßung:
Dr. Lothar Hyss, Direktor des Westpreußischen Landesmuseums

Einführung in die Ausstellung:
Jutta Fethke M.A. Stellv. Leiterin des Westpreußischen Landesmuseums)

VERANSTALTUNGEN RUND UM DIE SONDERAUSSTELLUNG

Donnerstag, 29. November 2018, 18.00 Uhr

Vortrag: Die jüdische Malerin Julie Wolfthorn (1864–1944)  »...mit Pinsel und Palette bewaffnet will ich mir die Welt erobern…«,  Dr. Heike Carstensen, Stralsund

Donnerstag, 31. Januar 2019, 18.00 Uhr

Vortrag: Künstler in Theresienstadt 1941–1944,
Dr. Giesela Uher, Germanisches Nationalmuseum Nürnberg.  Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Volkshochschule Warendorf

Mittwoch, 20. Februar 2019, 18.00 Uhr

Zeitzeugengespräch: Eine Überlebende des Ghettos Theresienstadt berichtet.
Ein Gespräch mit der aus Warendorf stammenden Zeitzeugin Liesel Binzer. Moderation: Matthias Ester M.A.  Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Arbeitskreis  »Jüdisches Leben in Warendorf« der Altstadtfreunde Warendorf e.V.  und der Volkshochschule Warendorf

Donnerstag, 14. März 2019, 18.00 Uhr

Vortrag: »Man tue, was man wolle!« - Ida Gerhardi (1862–1927)  im Umfeld deutscher Künstlerinnen in Paris um 1900
Dr. Susanne Conzen, Städtische Galerie Lüdenscheid

Einige Angaben zum Lebensweg Julie Wolfthorns

Unter dem Namen Julie Wolf(f) wurde die spätere Künstlerin in Thorn als jüngstes Kind in einer jüdisch-bürgerlichen Familie am 8. Januar 1864 geboren. Ihr später angenommener Name Wolfthorn erinnert an ihre Geburtsstadt.  Zu ihren vier Geschwistern zählte der Bildhauer Georg Wolf.
Ab 1890 studierte sie Malerei und Grafik in Berlin und ab 1892 an der Pariser Académie Colarossi bei Gustave Courtois und Edmond Aman-Jean. 1893 kehrte sie nach Berlin zurück und lebte jahrzehntelang in einem Haus in Kurfürstenstraße, das heute nicht mehr besteht.
1895 besuchte sie die von Curt Herrmann geleitete Zeichenschule für Damen und verbrachte zwei Jahre später den Sommer in der Künstlerkolonie Worpswede. Deren Atmosphäre sagte ihr jedoch nicht zu.
1898 wurde sie Gründungsmitglied der Berliner Secession, die sie jedoch bald wieder verließ. Gleichwohl stellte sie regelmäßig ihre Werke in der „Secession“ aus. Im gleichen Jahre wurde sie Mitglied des „Vereins der Künstlerinnen und Kunstfreunde Berlin“. Um die Jahrhundertwende gehörte sie zu den wenigen Frauen, die regelmäßig Aufträge von der Kunst- und Literaturzeitschrift Jugend - Münchner illustrierte Wochenschrift für Kunst und Leben erhielt. Diese Zeitschrift war von Georg Hirth und Fritz von Ostini gegründet worden und erschien von 1896 bis 1940 in München.
Verheiratet war Julie Wolfthorn seit 1904 mit dem Kunsthistoriker und -kritiker Rudolf Klein-Diepold (1871–1925).
Zusammen 1905 mit mehr als 200 Künstlerinnen unterzeichnete Julie Wolfthorn 1905 eine Petition auf Zulassung an die Preußische Akademie der Künste; die Forderung wurde jedoch ablehnend beschieden.1906  gründete sie mit Käthe Kollwitz die Ausstellungsgemeinschaft „Verbindung Bildender Künstlerinnen“. 1912 folgte zusammen mit Käthe Kollwitz die Wahl in den Vorstand und die Jury der Secession, und 1927 trat sie dem Hiddensoer Künstlerinnenbund bei.
Bereits in der Anfangsphase des Nationalsozialismus erfolgte 1933 die Auflösung des Hiddensoer Künstlerinnenbundes. Noch im gleichen Jahr schloß man sie als Jüdin aus dem Vorstand der Secession aus. Sie behielt ihren Wohnsitz in Berlin bei und arbeitete mit dem 1941 verbundenen Kulturbund Deutscher Juden zusammen. Nach dem Verbot folgte die Verhaftung der Mitarbeiter und die Beschlagnahme des Vereinsvermögens.
Als Achtundsiebzigjähre deportierten die Nationalsozialisten am 28. Oktober 1942 die Künstlerin mit ihrer Schwester Luise Wolf in das Konzentrationslager Theresienstadt. Unter widrigsten Umständen gelang es ihr, in der Lagerhaft künstlerisch weiterzuarbeiten. Julie Wolfthorn überlebte in Theresienstadt zwei Jahre und verstarb dort am 29. Dezember 1944 wenige Tage vor ihrem 81. Geburtstag.

VERANSTALTUNG DES KULTURREFERATS

Begleitveranstaltung zur Sonderausstellung “Vergessen Sie uns nicht!”
Am Mittwoch, dem 25. Oktober 2018 um 18.00 Uhr, hält der aus Thorn stammende Kunsthistoriker Dr.
S
³awomir Majoch im Vortragsraum des Westpreußischen Landesmuseums einen Vortrag mit dem Thema In Vergessenheit geratene Künstler der Preußenzeit in Thorn (1793-1920)

Zu Einzelheiten siehe dazu die nachstehende Pressemitteilung

Vortrag: Die in Vergessenheit geratenen Künstler der Preußenzeit in Thorn (1793-1920) 

25. Oktober 2018 um 18.00 Uhr, Westpreußisches Landesmuseum, Eintritt 2,50 Euro

Dr. S³awomir Majoch, Kurator, Universitätsbibliothek Thorn

In diesem Vortrag wird das Wirken deutscher Künstler während der Preußenzeit in Thorn beleuchtet, die in der Kunstgeschichte nach 1920 in Vergessenheit geraten sind. Es waren vor allem Künstler wie Wilhelm Völcker (1799-1870), Karl Bennewitz von Löfen (1826-1895), Eduard Gaertner (1801-1877) und Julie Wolfthorn (1864-1944), die die lokale Künstlerszene Thorns der damaligen Zeit bildeten und prägten
Julie Wolfthorn war jüdischen Glaubens. Durch die starke Verbundenheit zu ihrer Heimatstadt fügte an das Ende ihres Geburtsnamens den Namen Thorn hinzu. Nachdem sie die Stadt verließ, studierte sie ab 1890 Malerei und Grafik in Berlin und ab 1892 in Paris. 1893 kehrte sie nach Berlin zurück und war Gründungsmitglied der Berliner Secession. Wolfthorn war eng mit Käthe Kollwitz und Dory Hitz befreundet und wurde als Grafikerin und als Porträtmalerin berühmter Persönlichkeiten bekannt. 1933 wurde sie als Jüdin aus dem Vorstand der Secession ausgeschlossen. Am 28. Oktober 1942 wurde Julie Wolfthorn im Alter von 78 Jahren zusammen mit ihrer Schwester Luise Wolf von den Nationalsozialisten in das Ghetto Theresienstadt deportiert. Dort zeichnete sie, so weit ihr das unter den Umständen möglich war. Sie überlebte dort zwei Jahre und verstarb wenige Tage vor ihrem 81. Geburtstag.
Mit der Stadt Thorn war auch die jüdische Familie Jacobi eng verbunden. Lotte Jacobi (1896-1990), die in München das Studium der Fotografie und des Films absolvierte, führte ein Fotoatelier in Berlin und emigrierte 1935 in die USA. Ihr New Yorker Atelier besuchten Berühmtheiten wie Albert Einstein, Thomas Mann, Marc Chagall, Eleanor Roosevelt oder Alfred Stieglitz. Bis 1955 lebte sie in der Stadt und porträtierte amerikanische und emigrierte europäische Intellektuelle, Schriftsteller und Künstler.

 

Neben diesen Persönlichkeiten gab es viele weitere deutsche Künstler, die Anfang des 19. Jahrhunderts nach Thorn kamen, um die Atmosphäre und die Denkmäler der Stadt zu verewigen. Bis heute wurden sowohl die Künstler der lokalen Künstlerszene – die wegen der Anwesenheit der preußischen Garnison sehr ephemer war – als auch die zugereisten Künstler, die zahlreiche Stadtansichten verewigten, nicht objektiv genug beurteilt. In Thorn gab es bisher keine Ausstellung, die ihnen gewidmet wurde, obwohl sie an der Erschaffung eines multikulturellen Bildes der Stadt während der Preußenzeit beteiligt waren.
Der Referent dieses Vortrags wird das Oeuvre der Künstler rekonstruieren und eine Antwort auf folgende Frage finden: aus welchem Grund sind diese Künstler und ihre Werke selbst in Vergessenheit geraten sind, wobei sie doch in Thorn und weit darüber hinaus einst so bekannt waren?
Dr. S
³awomir Majoch studierte Kunstgeschichte und Geschichte in Thorn.  Von 2001 bis 2017 war er als Kurator am Universitätsmuseum Thorn tätig und lehrte Kunstgeschichte an der Universität von Thorn. Seit 2017 ist Dr. Majoch zudem Kustos an der Universitätsbibliothek Thorn.

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Eduard Gaertner, Rathaus in Thorn, 1848, Öl auf Leinwand, 50,7 × 80 cm, Inv. Nr. 1973.13.1, Washington, National Gallery of Art

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SONDERAUSSTELLUNG

Anetta Küchler-Mocny 

FRIEDENSBILDER

5. Mai –
7. Oktober 2018 

Ausschlaggebend für die Präsentation sind der 101. Deutsche Katholikentag 2018 in Münster und das 370. Jahresjubiläum des Westfälischen Friedens. Das Leitwort des Katholikentages ist: „Suche Frieden“. Mehrere Museen, angefangen vom LWL-Museum für Kunst und Kultur ehemals Westfälisches Landesmuseum - bis zum Stadtmuseum bereiten thematische Ausstellungen vor.
Die aus Bromberg/Bydgoszcz stammende Künstlerin behandelt in ihren Arbeiten Themen wie die eigene Identität mit dem Heimatland Polen, die gemeinsame Kultur und den Umgang mit tiefgreifenden, historischen Ereignissen im Vaterland. Die großformatigen gemalten Zyklen „Oh Karol“, der das Leben Papst Johannes Pauls II. zeigt oder „Grenzknoten“, welcher den Flugzeugabsturz der polnischen Regierung bei Smolensk vom 10. April 2010 thematisiert, sind nur zwei der zahlreichen bekannten Beispiele aus ihrem Oeuvre.
Tauben als Symbol des Friedens haben die polnische Künstlerin Anetta Küchler-Mocny zu vielen ihrer großformatigen Bilder und zu dem Zyklus FRIEDENSBILDER inspiriert. Sie sind zunächst noch deutlich sichtbar, werden von Bild zu Bild transparenter und schließlich auf den letzten Blick kaum noch wahrnehmbar. Dabei überdeckt die Farbe von Rot nach Blau zunehmend die weißen Tauben. Die Tauben symbolisieren das friedliche Beharren des
polnischen Papstes Johannes Pauls II./Karol Wojty³a auf Freiheit in seiner polnischen Heimat. Dadurch wird er zum Symbol des polnischen Widerstandes, der die Hoffnung auf die Freiheit des Individuums vermittelt, unabhängig von Rasse, Religion oder politischer Ausrichtung.

 

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Anetta Küchler-Mocny: Papst Johannes Paul II. mit den Friedenstauben